Die dbb Landesfrauenvertretung saar zu Besuch im Museum Haus Ludwig Saarlouis

Die dbb Landesfrauenvertretung saar zu Besuch im Museum Haus Ludwig Saarlouis
Fotos: Veranstalter
Kürzlich besuchte die Landesfrauenvertretung im dbb saar die Ausstellung „Nichts gegen Männer – Karikaturen und Zeichnungen von Marie Marcks“ im Museum Haus Ludwig für Kunstausstellungen Saarlouis.

Marie Marcks wusste, wovon sie sprach, wenn sie „Frauenleben“ zeichnete: fünf Kinder hat sie – meist allein – groß gezogen und sich zugleich in der von Männern dominierten Karikaturenszene durchgesetzt. 1922 in Berlin geboren, wächst Marie Marcks in einer künstlerisch geprägten Umgebung auf. Sie erhält an der Kunstschule der Mutter, der Buchgrafikerin und Zeichenlehrerin Else Marcks-Penzig, ihren ersten Zeichenunterricht und beginnt noch während des Zweiten Weltkrieges ein Architekturstudium in Berlin und Stuttgart. Im August 1944 wird sie zum ersten Mal Mutter. Nach Ende des Krieges zieht sie nach Heidelberg und etabliert sich dort mit Plakatentwürfen als Gebrauchsgrafikerin. Mit besonderer Leidenschaft entwirft sie ab 1954 Plakate und Einladungen für den Heidelberger Jazzclub CAVE oder gestaltet 1958 Plakate für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel.

Ihre Hinwendung zur Karikatur steht in engem Zusammenhang mit den politischen Debatten in Deutschland in den 1950er Jahren: Die Atombombenversuche der Amerikaner, die Einführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland und der Beitritt zur Nato mit dem darauf folgenden Wettrüsten in Ost und West und den Friedensbewegungen als Gegenreaktion. Parallel wird die Gleichberechtigung der Frau zu einem ihrer wichtigsten Anliegen und sie macht den Kampf gegen das tradierte Geschlechterverhältnis zu einem zentralen Thema ihrer Karikaturen. „Feminismus? Kannte ich gar nicht. Ich habe immer meine eigene Position gehabt“, so Marie Marcks. Für die Frauenbewegung wurde Marie Marcks jedoch zu einer bewunderten Kämpferin für ihre Rechte.

Beim Rundgang durch die Ausstellung lernten die Teilnehmerinnen die vielen Facetten der bedeutenden deutschen Karikaturistin und Vorkämpferin der Frauenbewegung, Marie Marcks, kennen. Neben den Originalzeichnungen zu den autobiografischen Aufzeichnungen „Marie, es brennt“ waren die Teilnehmerinnen vor allem auch von den Zeichnungen, die Marie Marcks im Auftrag für das saarländische Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales im Jahr 1994 gefertigt hat, begeistert.

„Besonders war ich von ihren humorvollen, witzigen und bissigen Karikaturen, die Marie Marcks, zur Gleichberechtigung der Frau gezeichnet hat, beeindruckt. Sie zeigt uns aber auch auf erschreckende Art und Weise, wie aktuell dieses Thema immer noch ist.“ So Sabine Meyer, Vorsitzende der dbb Landesfrauenvertretung saar.

Beim anschließenden Umtrunk wurde noch über die Themen „Gleichberechtigung, Flüchtlings- sowie Europapolitik“ diskutiert. Alle waren sich einig, diese Ausstellung ist absolut sehenswert.

Autorin: Dr. Claudia Wiotte-Franz

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