Beamtenbund (DBB) stellt Forderungen an neue Landesregierung

DBB Landesvorsitzender Artur Folz gratuliert Ministerpräsident Peter Müller zur Wiederwahl und bietet der neuen Landesregierung als größte gewerkschaftliche Spitzenorganisation und stärkste Interessenvertretung in den Personalräten im öffentlichen Dienst des Saarlandes eine gute und faire Zusammenarbeit an. Dabei werde der DBB für eine realitätsbezogene Politik stehen.
 
Im vorgelegten Jamaika-Koalitionsvertrag begrüßt der DBB die eindeutigen Aussagen zum Berufsbeamtentum sowie das Vorhaben der freiwilligen Verlängerung der Lebensarbeitszeit mit möglichen finanziellen Anreizen, anstatt einer starren Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre.
 
Aufgrund der prekären Haushaltssituation wird die Schaffung eines weiteren Ministeriums vom DBB kritisiert.  Nun werde kein Beschäftigter im öffentlichen Dienst des Saarlandes Verständnis für weitere Stellenstreichungen haben, wenn das eingesparte Geld für die Ausweitung der Regierungsmannschaft aus reinen Proporzgründen wieder verausgabt werde.
 
Das Bestreben, die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft im Landeshaushalt schrittweise auf 30 Prozent zu erhöhen, und dass dieser Bereich bei der Begrenzung der Ausgaben ausgenommen werden soll,  findet Unterstützung vom DBB. Diese Mehrkosten dürften aber nicht an anderer Stelle bei den Beschäftigten (Einkommen, Beförderung, Beihilfe etc.) der übrigen Bereiche eingespart werden. Die Beschäftigten hätten in den letzten Jahren bereits mit erheblichen finanziellen Einbußen ihren Teil zur Sanierung des Landeshaushaltes beigetragen. Gleichwohl ist der DBB offen in der Diskussion zur Fortsetzung der Reformen bei den Verwaltungsstrukturen unter Einbeziehung der Ergebnisse des Hesse-Gutachtens.
 
Weiter fordert der DBB die nach der internen Anhörung im Juli 2009 unterbrochene Diskussion um die Neufassung der saarländischen Laufbahnverordnung unverzüglich wieder aufzunehmen. Anschließend und zeitnah müsse eine neue Besoldungsordnung auf den Weg gebracht werden, denn nur so könne das Saarland beim Werben um das beste Personal – nicht nur im Schulbereich – mit den Nachbarländern konkurrieren.

Auch setze eine am Gemeinwohl orientierte, leistungsfähige öffentliche Verwaltung – und damit die Wahrnehmung von hoheitlichen Aufgaben durch qualifizierte und motivierte Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter –  eine adäquate, konkurrenzfähige und angemessene Besoldung voraus. Die Grundbesoldung und Versorgung ist deshalb regelmäßig unter Berücksichtigung der allgemeinen finanziellen und wirtschaftlichen Entwicklung anzupassen. Dazu gehöre auch eine Anhebung der Grundbeträge für Beamtennachwuchskräfte.